Chronik des Kirchenchores St. Rochus in Zweifall

Chronik des Kirchenchores St. Rochus in Zweifall

Vorwort

Über das Vorleben des Kirchenchores St. Rochus in Zweifall sind wir sehr gut unterrichtet. Die Chronik des Kirchenchores in Verbindung mit der zum 125jährigen Jubiläums des Chores 1990 erstellten Festschrift, die von Bruno Laschet sehr detailliert verfasst wurde, dienten als Hauptquelle für die folgenden Ausschnitte aus der nun 150jährigen Geschichte des Chores. Ergänzende Informationen flossen aus Nebenquellen zu, die unten genannt werden. Das Bildmaterial stammt, bis auf gekennzeichnete Ausnahmen, aus dem Privatarchiv der Brüder Alfred und Heribert Teutenberg, aus dem Fotos des Kirchenchores aus Anlass des 150jährigen Jubiläums im Jahr 2015 digitalisiert wurden.


Inhaltsverzeichnis


838_KIRCHENCHORZWEIFALL1895.JPG
Das älteste Foto des Kirchenchores aus dem Jahr 1895
(Zum Vergrößern anklicken)


Die Anfänge (1865-1876)

Der aus Gevenich im Kreis Erkelenz stammende Lehrer Matthias Weitz (1841-1907) kam Anfang Juni 1865 an die damalige zweiklassige katholische Volksschule in Zweifall. Dreizehn Jahre zuvor war in Zweifall die neue katholische Pfarrkirche fertiggestellt worden und die Kirche besaß seit einem Jahr eine Orgel. Pfarrer war seit 1857 Gustav Hilarius Schaeven (1820-1871), ein "frommer Priester und echter Seelenhirte", aber leider hatte er "gar keine Singstimme", so der Chronist des Kirchenchores. Die Chronik besagt weiter, dass Lehrer Franz Xaver Jansen, gebührtiger Zweifaller, der seit 1831 auch als Küster wirkte, "im weißen Silberhaar zu hohen Jahren heranrückte" und dem Priester beim Gottesdienst "mit seiner zitternden Stimme" Antwort gab.


838_PFARRER_GUSTAV_HILARIUS_SCHAEVEN.JPG 838_LEHRERMATTHIASWEITZ.JPG
Pfarrer Gustav Hilarius Schaeven und Lehrer Matthias Weitz
(Zum Vergrößern anklicken)


Angesichts dieser Zustände im Kirchengesang sann Lehrer Weitz auf Änderung. Es fiel schwer, gleich einen Kirchenchor zu gründen, weshalb zuerst ein Knabenchor aus Kindern der ersten und zweiten Schulklassen entstand. So konnte um Weihnachten 1865 ein feierliches Hochamt gesungen werden, das schöne Lied "Stille Nacht" klang zum ersten Mal von der Orgelbühne in St. Rochus, Zweifall herunter. Schnell sammelte Matthias Weitz auch ältere Sänger um sich und legte so den Grundstein zu einem neuen Kirchenchor unter dem Präsidium des Pfarrers Gustav Hilarius Schaeven.

Lehrer Franz Peter Jacobs, Chorleiter von 1876-1916, schrieb in den "Beiträgen zur Geschichte der Pfarre Zweifall":

Zitat
Die Gründung des Kirchenchores geschah im Jahre 1865 durch Pfr. Schaeven. Erster Dirigent war Lehrer Weitz, der durch seine vortrefflichen Leistungen heute noch im guten Andenken steht. Nach dessen Versetzung führte der Schulamtsaspirant Rombach, später Lehrer in Roetgen, den Chor weiter. Im Jahre 1871 übernahm Lehrer Kummer, ein tüchtiger Dirigent und vorzüglicher Orgelspieler, die Leitung des Chores. Die ärmlichen Verhältnisse der Kirche gestatteten es ihr nicht, Aufwendungen zu machen, und so mußte der Dirigent auch noch die Auslagen für Notenmaterial tragen. Von Weihnachten 1876 ab leitete Schreiber dieses. Lehrer Jacobs, den Chor. Auch er mußte sechs Jahre lang die Auslagen für Heizmaterial, Licht und Noten selbst tragen.


Der Name

Der erste offiziell überlieferte Name, aus den Statuten des Jahres 1891, lautet "Männergesangverein Cäcilia in Zweifall". Später, als auch Sängerinnen Mitglieder waren, trug er den Namen "Katholischer Kirchenchor 'Cäcilia' Zweifall". Seit 1950, als durch die "Normalsatzungen für die Kirchenchöre der Diözese Aachen" die Kirchenchöre nach dem Kirchenpatron benannt wurden, heißt der Zweifaller Chor "Kirchenchor St. Rochus in Zweifall".


II. Die Ära Jacobs (1876-1916)

838_FRANZ_PETER_JACOBS.JPG
Lehrer Franz Peter Jacobs (1855-1924) übernahm die Leitung des Chores also Weihnachten 1876. Im Januar 1882 veranstaltete der Kirchenchor sein erstes Konzert und wiederholte dies jedes Jahr um die Weihnachtszeit, um so die Unkosten des Vereins zu decken. Da das erste Konzert so erfolgreich war, wurde der Chor im selben Jahr zu einem Sängerfest in Burtscheid eingeladen. Burtscheid war damals selbständig, bevor es 1896 zur Stadt Aachen kam. Die Schilderung des Festes zählt zu den köstlichsten der Chronik:

Zitat
Mit siebzehn Sängern an der Zahl zog der Herr Lehrer Jacobs nach Aachen, in dem Bewußtsein, der letzte noch lange nicht zu sein, denn er war sich seiner Sänger sicher. Als am Nachmittag in der übergroßen Festwiese der Name Zweifall aufgerufen wurde und der Herr Lehrer Jacobs mit seiner kleinen Sängerschar die riesengroße Bühne betrat, da bemerkte man diese paar Sänger kaum; alles drängte sich näher an die Bühne heran, teils aus Spott, teils aus Neugierde, was denn diese 17 Sänger in einer Großstadt vorbringen wollten. Ja, es war ein herrliches Bild. Vereine von 40-50 Mann Stärke traten auf in vollem Wichs, weiße Binde, weiße Weste, weiße Handschuhe, im Brautanzug, und die Zweifaller kamen im Gehanzug, der eine schwarz, der andere Grau, der dritte blau - und als unser wackeres Mitglied Xav. Berzborn, in Ermangelung einer Fahne, auch noch mit einer in Aachen für 3 Mark gepumpten Schwenkfahne die Bühne betrat, wurde der Spott und das Hallo noch größer. Aber in aller Seelenruhe warteten die Sänger die Ruhe ab, und als der Herr Lehrer Jacobs das Zeichen gab, da trat eine bewundernswürdige Stille ein.


Der Chor errang, stürmisch gefeiert, den ersten Preis. Dies war der erste große Erfolg von Chorleiter Jacobs, dem noch viele folgen sollten, wie u.a. die erhaltenen Medaillen an der Kreuzblume der Vereinsfahne beweisen.
Lehrer Jacobs trat am 01. April 1961 in den Ruhestand und zog wieder in seinen Geburtsort Derichsweiler. Der Zweifaller Kirchenchor ernannte ihn in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrendirigenten. Am 14. Oktober 1924 starb er. Die Chronik würdigt ihn mit den Worten:


Zitat
„40 Jahre sooft die Glocke zum Gottesdienst läutete, sonntags und werktags, Ostern, Pfingsten und Weihnachten, der Herr Lehrer Jacobs war zur Stelle.“



“Von den vornehmsten Stoffen“ – die Vereinsfahne

Die Fahne als Symbol der gemeinsamen Aufgabe war den Mitgliedern des Chores sehr viel wert. Mit großen Mühen und schweren Opfern des Kirchenchores war es möglich, bereits im Jahr 1883 die herrliche Fahne anzuschaffen, die noch heute in sehr gutem Zustand existiert. Zu besonderen Anlässen, wie zuletzt bei der Festmesse zum 150jährigen Jubiläum, wird sie noch präsentiert und ist bei der Fronleichnamsprozession ein Schmuckstück. Die Fahne, die die heilige Cäcilia, Patronin der Kirchenmusik, zeigt, wurde im Kloster zum Kinde Jesu in Aachen angefertigt. Dabei wurden die vornehmsten Stoffe, die in ganz Aachen nur zu haben waren, verwendet, wie die Chronik berichtet. Sie kostete rund 1000 Mark, viel Geld für einen so kleinen Verein, besonders zu dieser Zeit.

Die Aufschrift auf der Rückseite der Fahne lautet:
„Kath. Kirchenchor Cäcilia der Pfarre Zweifall 1883“

Die noch erhaltenen Medaillen an der Kreuzblume der Vereinsfahne erinnern an folgende Orte und Ereignisse:
  • Sängerfest zu Burtscheid 4. Juni 1882 (s.o.)
  • Venwegen 1885
  • Fahnenweihe der Schützen-Gilde Zweifall 1888
  • Cäcilien-Verein Roetgen Fahnenfest 1891
  • Ehrenpreis Zweifall 1891
  • Fahnenweihfest Gesangverein Cäcilia Breinig 1892
  • 25jähriges Jubiläum Männer-Gesang-Verein Breinig 1894
838_FAHNE_KIRCHENCHOR_ZWEIFALL_FRONT.JPG
Die Vereinsfahne
(Klick zum Vergrößern)
838_FAHNE_KIRCHENCHOR_ZWEIFALL_RUECK.JPG
Rückseite der Vereinsfahne
(Klick zum Vergrößern)

Die Fahne wurde am 09. Juli 1883 in Anwesenheit von 12 Gesangvereinen von Pfarrer Wilhelm Joseph Heinen (1831-1900) feierlich geweiht. Für den Nachmittag war ein Fest auf der Festwiese geplant, so die Chronik. Zum Schutz gegen die Sonne und die Hitze wurden Birkenbäume aufgestellt, jedoch war das ganze Fest durch ein Gewitter verregnet. Trotz des gut besuchten Festabends blieb noch ein kleines Fäßchen Bier unangetastet. Deshalb fuhren am folgenden Montag Sänger durch den Ort, um jedem, den sie begegneten, ein Glas des übrig gebliebenen Bieres einzuschenken.

838_FRONLEICHNAM_1954.JPG

838_FRONLEICHNAM_2007.JPG
Die Vereinsfahne bei Fronleichnamsprozessionen 1954 (oben) und 2007 (unten)
(Zum Vergrößern anklicken)


Das erste farbige Kirchenfenster

Papst Leo XIII (1810-1903) feierte 1887 sein goldenes Priesterjubiläum. Der Kirchenchor St. Rochus in Zweifall stiftete aus diesem Anlass der Pfarrkirche das erste farbige Kirchenfenster. Es stellt Papst Gregor I (540-604) dar, der als Reformer des Kirchen- oder Messgesanges gilt. Das Fenster befindet sich mit zwei weiteren hinter der heutigen Orgelbühne und wurde 1987 saniert und schutzverglast.


838_KIRCHENFENSTER_PAPST_GREGOR_I.JPG
Kirchenfenster
(Zum Vergrößern anklicken)


III. Kriegs und Nachkriegsjahre unter Hermann Voß und Wilhelm Kranzhoff (1916-1936)

838_HERMANN_VOSS.JPG 838_WILHELM_KRANZHOFF.JPG
Hermann Voß und Wilhelm Kranzhoff
(Zum Vergrößern anklicken)

Die Chronik berichtet wenig über die letzten Jahre des Ersten Weltkriegs und die Nachkriegsjahre, in denen Hermann Voß als Organist und Chorleiter die Nachfolge von Franz Peter Jacobs antrat. Das 60jährige Jubelfest des Chores, 1925, wurde von der ganzen Gemeinde festlich begangen. Daran erinnert ein Wimpel, der zeitweise auch an der Vereinsfahne angebracht wurde.

Im Jahr 1925 übernahm Rektor Wilhelm Kranzhoff (1879-1939) die Leitung des Chores. Er war in Zweifall kein Unbekannter, war er doch in Breinig Rektor und leitete bereits einige Jahre den Männergesangverein und Damenchor Zweifall. So kam es, dass diese beiden Chöre unter Kranzhoff eng zusammenwirkten.
„Der Name Kranzhoff gab dem Chor die Versicherung und die Bürgschaft, daß er unter seiner Leitung zu hoher Blüte kommen kann.“


838_EMPFANG_BISCHOF_1926.JPG
Bischofsempfang 1926
(Zum Vergrößern anklicken)


Pensionierung einer Königin

Die Rückwand des Raums im zweiten Stock des Pfarrheims ziert seit 1928 ein Orgelprospekt. Chormitglieder stifteten diese mit der Widmung
„Dem Silberjubilar Herrn Pfarrer Braun in Dankbarkeit. Die kath. Pfarrgemeinde Zweifall 1928.“

Auch, wenn in der Chronik des Kirchenchores aufgrund der Verbundenheit sehr detailliert auf die Geschichte der ersten Orgel der Pfarrkirche und ihre Nachfolgerinnen eingegangen wird, erhalten Sie weitere Informationen dazu in den nächsten Tagen auf einer eigenen Unterseite.


838_ZWEITE_ZWEIFALLER_ORGEL_1928.JPG
Die zweite Orgel (1928-1981)
(Zum Vergrößern anklicken)


Erinnerung – Besinnung – Mahnung

Das Requiem in d-Moll von J. Gruber, das 1929 von Pfarrer Braun gestiftet wurde, gehört zu den noch immer gesungenen Traditionsnoten des Kirchenchores Zweifall. Er sang es am Buß- und Bettag 1929 zum Gedächtnis an die Gefallenen und Verstorbenen des Ersten Weltkrieges. Auch mit dem Chor der hiesigen evangelischen Gemeinde wurde an Volkstrauertagen am Zweifaller Kriegerdenkmal gesungen.

Im Jahr 1965 stiftete der Kirchenchor im Rahmen des 100jährigen Bestehens ein Gedenkbuch, in dem die Namen der Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege der kath. Pfarrgemeinde St. Rochus eingetragen sind. Das handgeschriebene Unikat wurde im September 1991 Opfer einer Brandstiftung und wurde 1994 neu angefertigt. In der Marienkapelle der Kirche liegt es noch heute aus.


838_GEDENKBUCH_KIRCHENCHOR.JPG
Gedenkbuch
(Zum Vergrößern anklicken)


IV. Die Ära Gigo (1936-1984)

Josef Gigo übernahm im Alter von 16 Jahren 1936 den Dirigentenstab, nachdem Rektor Kranzhoff die Leitung niederlegte. Eine der ersten Messen, die der Chor unter seiner Leitung sang, war das 25jährige Ortsjubiläum von Pfarrer Braun im April 1939. Einer der ersten Chorsätze war dabei das „Transeamus“ von J. Schnabel / J. Gruber, das noch heute zu den beliebtesten Chören der Christmette gehört.

Damals probte der Chor im Gasthof Kuchem „bei de Mietant“, wie der Zweifaller Volksmund sagte. „Els met e Klömpche“ war das Chorstandardgetränk. Nach dem Krieg fanden im „Gasthof zur Post“, in der kath. Volksschule, im Gasthof „Zum Walde“ und von 1956 an im neuerbauten Pfarrheim die Chorproben statt.


838_WEIHNACHTSFEIER_1939.JPG
Weihnachtsfeier "bei de Mietant" am 15.01.1939
(Zum Vergrößern anklicken)


Ein verständlicher Seufzer

Der Bau des Westwalls, die Einberufung von Sängern zum Militär und der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs brachte unruhige Zeiten. Der Chor konnte trotzdem, bis auf einen kurzen „Stillstand“ bei Beginn des Krieges, bis 1940 weiterhin mehrstimmige Messen singen. Der Chronist seufzte im Rückblick auf das Allerheiligenfest 1938, „dass es wirklich kein Verhältnis ist, wenn ganze 2 Tenöre gegen 8 Mann Baß und 15 Frauenstimmen ankommen sollen“. Im Mai 1940 wurde der Dirigent Josef Gigo zum Reichsarbeitsdienst einbezogen, im Oktober zur Wehrmacht. Für den Chor kam eine „stille Zeit“.


Mit Freimut das Wort Gottes gepredigt

Am 04. April 1943 starb nach fast 29jährigem Wirken in Zweifall Pfarrer Peter Braun, „der so gern das und freudig das Gotteslob gesungen“, wie Pfarrer Alfons Brock aus Mausbach sagte. In seinem Abschiedsgruß am Grabe sagte Pfarrer Friedendorff von der hiesigen Evangelischen Gemeinde:

Zitat
„In seinem Sinne wollen wir es uns angelegen sein lassen, auch weiterhin das von dem Verewigten weitgehend geförderte gut-nachbarliche Band der beiden hiesigen Kirchengemeinden sorglich zu hüten und zu pflegen in dem unerschütterlichen Glauben an unseren gemeinsamen Herrn und Heiland Jesus Christus.“


Beide Ansprachen sind in der Chronik der kath. Pfarrgemeinde Zweifall enthalten. Der Nachfolger von Pfarrer Braun wurde Pfarrer Heinrich Reiff (1900-1968). Bald gelang es, den Dirigenten des Mausbacher Kirchenchores Johann Bergrath für die Proben und Aufführungen zu gewinnen. In der Chronik wird wenig über diese Zeit berichtet. Im Oktober 1944 konnte er das „Ewige Gebet“ mit einem Choralhochamt halten.
838_BEERDIGUNG_PFARRER_BRAUN_1943_01.JPG 838_BEERDIGUNG_PFARRER_BRAUN_1943_02.JPG
Chor bei der Beerdigung von Pfarrer Peter Braun 1943
(Zum Vergrößern anklicken)

Im Herbst 1945 konnte er aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr bei Wind und Wetter von Mausbach nach Zweifall reisen. Der Chor und die Gemeinde dankten ihm herzlich für die Nachbarschaftshilfe in schwerer Zeit. Mit dem Mausbacher Kirchenchor wurde weiterhin eine gute Beziehung gepflegt. Die Chronik berichtet beispielsweise vom Besuch des Bischofs Klaus Hemmerle am Regionaltag 1979, bei dem der Mausbacher Chor ebenfalls zu Gast in Zweifall war:

Zitat
„Abends begrüßten wir Bischof Klaus Hemmerle im Pfarrheim mit den (gesungenen) Worten: „Wir, die Zweifaller Eschekülle, wünschen Ihnen der Freuden Fülle.“ Als der 2. Vorsitzende dann sagte, die Mausbacher – genannt Wölleklös – hätten die Zweifaller beim Singen kräftig unterstützt, ihm falle aber auf „Wälleklös“ kein Reim ein, antwortete unser Bischof in Sekundenschnelle: „Sagen Sie das nicht. Auf Wölleklös reimt sich zum Beispiel Gottes Größ.“


838_BISCHOF_HEMMERLE_PFARRHEIM_1979.JPG
Bischof Klaus Hemmerle im Pfarrheim 1979
(Zum Vergrößern anklicken)


Nach diesem Ausflug in das Jahr 1979 wieder zurück in das Jahr 1945. Nach Johann Bergrath übernahm Hauptlehrer Josef Laschet (1889-1975) im Dezember das Dirigat. Er warb persönlich unter seinen früheren Schülerinnen und Schülern, so dass der Chor auf über 50 Mitglieder anwuchs.


838_JOHANN_BERGRATH.JPG 838_JOSEF_LASCHET.JPG
Johann Bergrath und Josef Laschet
(Zum Vergrößern anklicken)


Als die Partitur Feuer fing

Die Chronik beschreibt sehr anschaulich, wie es nach dem Krieg sowohl in der Zweifaller Pfarrkirche aussah:

Zitat
„[…] Zu dem Quetschen des getretenen Blasebalges und dem notdürftigen flackernden Licht der Petroleumlampe gesellten sich Wassertropfen, die ohne Hemmungen durch das undichte Kirchendach auf die Köpfe der Sänger und die Orgel tropften. Von der Orgel selbst wurden sie durch Wassereimer und eine Zeltplane abgehalten. Dafür spielte die Orgel manchmal auch dann Töne, wenn keine Taste gedrückt wurde, saßen in den Orgelpfeifen doch große Stücke des Putzes, ja sogar tote Vögel. Kein Wunder, daß unter diesen Umständen während des Hochamtes am ersten Weihnachtstag 1945 die Partitur der Messe auf dem Orgeltisch (durch eine Kerze) Feuer fing!“


Es war die Missa „Salve regina pacis“ (Friedensmesse) von H. Huber, an der Orgel saß der Sohn des Dirigenten, Bruno Laschet, der noch viele Male danach beim Singen des Chores die Orgelbegleitung übernahm.

Ende September 1949 kehrte Josef Gigo aus Kriegsgefangenschaft zurück. Josef Laschet übergab ihm, seinen früheren Schüler, den Dirigentenstab. Josef Laschet wurde daraufhin zum Ehrenmitglied ernannt.


Ein ganz runder Geburtstag

Im Jahr 1965, ein Jahr nach der Fertigstellung der erweiterten Pfarrkirche, wurde der Kirchenchor 100 Jahre alt. Am 17. Oktober wurde dies mit einem Festhochamt und am 23. Oktober mit einem Festkonzert gefeiert. Über das Festhochamt schreibt die Chronik:

Zitat
„Schon als der Choral in der ihm eigenen Ausdruckskraft gekonnt erklang, spürte man, daß wir uns für diesen Tag besonders gut vorbereitet hatten. Und dann erklang die G-Dur-Messe von Franz Schubert unter dem mitreißenden Dirigat unseres Dirigenten Josef Gigo mit der Orgelbegleitung von Rudolf Geis, Stolberg-Mühle, in einer glanzvollen Festlichkeit, die die Zuhörer – die Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt – tief beeindruckte. Uns alle ergriff eine große Freude.
Für den Vortrag dieser Messe gilt das, was Prälat Prof. Dr. Freistedt sinngemäß in seiner Festpredigt sagte: Der Kirchenchor hat eine hohe Aufgabe. Indem er dem kirchenmusikalischen Werk eindrucksvolles Leben verleiht, führt er die Menschen, die diese Werke höhen, in den Vorhof der Begegnung mit Gott, und dadurch übt er ein Stück Seelsorge aus.“

838_HUNDERTJAHRFEIER_ORGELBUEHNE_1965.JPG

838_HUNDERTJAHRFEIER_FESTKONZERT_1965.JPG
Hundertjahrfeier: Auf der Orgelbühne und beim Festkonzert
(Zum Vergrößern anklicken)

„Er hat sich in hohem Maße um die Gemeinde verdient gemacht“

Unser Präses Pfarrer Reiff feierte im März 1965 sein 40jähriges Priesterjubiläum, bei dem Festhochamt sang der Kirchenchor die neu eingeübte Missa brevis in G von W.A. Mozart. Am 21. September 1966 wurde Pfarrer Reiff zum Dechanten ernannt. Die Vorbereitungen für sein 25jähriges Ortsjubiläum waren bereits in vollem Gange, als er plötzlich erkrankte und am 23. Juni 1968 starb. „Wir beklagen den Heimgang eines Seelsorgers, der durch seine Bescheidenheit, seine Güte und die Klarheit seines Wortes wirkte“, schreibt die Chronik. Bischof Dr. Johannes Pohlschneider würdigte den Verstorbenen in einem Brief an die Pfarrgemeinde:

Zitat
„Vor genau 25 Jahren übernahm er in schwerer und notvoller Zeit den priesterlichen Dienst in Eurer Gemeinde. Bis zuletzt hat er ihn mit echter Hingabe und in vorbildlicher Weise erfüllt. Sein Name wird vor allem mit dem Neubau Eurer Pfarrkirche verbunden bleiben… Seit vier Jahren besitzt Zweifall eine der schönsten modernen Kirchen des gesamten Voreifelgebietes.
So notwendig diese Baumaßnahme auch war und so sehr sie die Zeit und die Kraft Eures Pfarrers beanspruchte: die Sorge für die lebendige Gemeinde und ihr geistiges Wachstum stand in seiner Arbeit stets an erster Stelle. Dechant Reiff hat sich in hohem Maße um Eure Gemeinde verdient gemacht.“


Zunächst betreute Norbert Wassen die Pfarre, der am 29. Juni 1968 zum Priester geweiht worden war. Im Advent 1968 wurde Pfarrer Johannes Henn als neuer Pfarrer eingeführt. Bei einer Probe und nicht zuletzt durch die Gestaltung der Christmette lernten wir ihn bald als Freund des Kirchengesangs kennen. Er konnte allerdings aus gesundheitlichen Gründen nur bis 1971 in Zweifall wirken; er wurde Pfarrer in Sistig.


Palestrina-Plakette

Da es versäumt wurde, anlässlich des 100jährigen Bestehens des Chores die Palestrina-Plakette zu beantragen, holte der Kirchenchor dies im Jahr 1975 zum 110jährigen Jubiläum nach. Diese Plakette wird im Namen des „Allgemeinen Cäcilienverbandes für die Länder der deutschen Sprache“ als Dank und Anerkennung für Verdienste um die Kirchenmusik verliehen. Der Chor erhielt sie im Rahmen eines Festhochamtes aus der Hand des Diözesanpräses Kirchenmusikdirektor Josef Schneider.


838_PALESTRINA_PLAKETTE.JPG
Die Palestrina-Plakette
(Zum Vergrößern anklicken)


Salve, Regina

Wenn man sich Zweifall von Vicht aus nähert, grüßt von der Höhe der Schart das Karmelitinnen-Kloster "Maria Regina". In unserer Pfarrkirche wurden im Oktober 1955 zwei Glocken für die Klosterkirche geweiht, im Dezember des gleichen Jahres war das Kloster soweit fertiggestellt. In einer feierlichen Sakramentsprozession wurde das Allerheiligste von der Pfarrkirche zur Klosterkirche übertragen. Pfarrer Reiff sagte dort:
"Wenn die Prozession von der Pfarrkirche ihren Ausgang genommen hat, so kommt darin zum Ausdruck, daß Pfarre und Kloster das Band der Liebe umschließen soll."
Unser Chor hatte bei der Glockenweihe teilgenommen und sang bei besonderen Anlässen auch in der Klosterkirche.

Die Marienverehrung ist in der Zweifaller Gemeinde tief verwurzelt. Seit 1830 gibt es jährlich eine Fußprozession der Kevelaer-Bruderschaft. 1980, bei der 150. Wallfahrt, gestaltete der Kirchenchor eine Marienfeier, in der er mit der Gemeinde das Marienlob sang.


838_KEVELAER_ZWEIFALL_2012.JPG
Kevelaerprozession 2012 (Foto: Marion Adrian)
(Zum Vergrößern anklicken)


Kinderchor und Jugendchor

Der Knabenchor aus dem Jahr 1865 gehört zu den Gründern des Chores. Gleich nach seiner Heimkehr griff Josef Gigo die Tradition des Knabenchores auf und bildete einen Kinderchor, der bereits Weihnachten 1949 auftreten konnte. Der Kinderchor zählte von da an durchweg 15 bis 20 Kinder. Ein- oder zweistimmig singend, trug er neues Liedgut in die Gemeinde, bei festlichen Anlässen auch zusammen mit den Kirchenchor oder auch einer Kinder-Instrumentalgruppe.

Besonderen Anklang fand die Weihnachtskindermette, die von Pfarrer Josef Witt, einem engagierten Kirchenmusiker, ins Leben gerufen wurde. Pfarrer Witt war Pfarrer in Zweifall von 1971 bis 1982. Im Jahr 1974 wurden sogar zwei Kindermetten angesetzt, da unsere nun wirklich nicht kleine Kirche die zahlreichen, auch auswärtigen, Besucher nicht fassen konnte.

Da zwischen dem Kinderchor und Kirchenchor altermäßig eine Lücke besteht, wurde durch die hießige KJG (Katholische Junge Gemeinde) unter der Leitung von Helmut Sieberichs und durch den Jugendausschuss des Pfarrgemeinderates ein Jugendchor gebildet. In den Jugendmessen, die jeweils unter Leitthemen standen, wurden die Gläubigen durch Lieder und Texte in der Sprache unserer Zeit eingeladen.


838_KINDERCHOR_1991.JPG
Kinderchor, Flötenkreis und Kirchenchöre Vicht + Zweifall (Weihnachten 1991)
(Zum Vergrößern anklicken)


"Er hat Musik in den Fingern"

Dieser Satz stammt von einem Konzertbesucher, der unseren Chorleiter Josef Gigo beim Dirigieren beobachtete. Die Musikalität Gigos äußerte sich nicht nur beim Dirigat, sondern auch beim Orgelspiel - vor allem dem Improvisierten -. Bei seiner Verabschiedung am 02. Januar 1983, er hatte nun sein Rentenalter erreicht, wurde außerdem sein Humor besonders hervorgehoben. Pfarrer Hans Doncks dankte ihm für die treue und gewissenhafte Arbeit, die er seit 1936 unter fünf Pfarrern für unsere Gemeinde geleistet hatte. Der Chor ernannte ihn zum Ehrenmitglied. Er blieb auch noch einige Jahre aktiv, mit der Leitung des Chores und - zusammen mit Harald Teutenberg - dem Organistendienst.


838_VERABSCHIEDUNG_JOSEF_GIGO_1983.JPG
Verabschiedung von Josef Gigo am 02. Januar 1983
(Zum Vergrößern anklicken)


V. Der Chor unter der Leitung von Benedikt Schwär (1984-1992)

Josef Gigos Nachfolger Benedikt Schwär wurde 01. Mai 1984 Organist und Chorleiter der Pfarren St. Johannes Baptist, Vicht und St. Rochus, Zweifall. Bereits seit 1982 teilten sich die Pfarren den Pfarrer, Pfarrer Hans Doncks (geb. 1944).


Geschichtliche Säulen

Im Jahr 1985 feierten wir wieder ein kleines Jubiläum, das 120jährige Bestehen, mit einem Festhochamt und einem Festabend. Hervorgehoben seien die Sängerinnen und Sänger, die wegen mehr als 50jähriger Sängerschaft von unserem Präses Dechant Hans Doncks die Ehrenurkundes des Diözesan-Cäcilien-Verbandes Aachen überreicht wurden. Mit 65 Jahren (Willmems, Katharina) und jeweils 52 Jahren (Hillemanns, Peter und Rosa) hatten sie die Diplomordnung "übersprungen". Dechant Doncks überreichte ihnen deshalb zusätzlich eine Schallplatte mit der G-Dur-Messe von Franz Schubert, die auch sie bereits gesungen hatten.

Im Jahr des 120jährigen Jubiläums reichte die Alterspanne der Mitglieder von 15 bis 79 Jahren; drei Generationen in einer "Chorfamilie".


838_JUBILAREHRUNG_1985.JPG
Jubilarehrung 1985
(Zum Vergrößern anklicken)


"Welch ein Singen, Musizieren..."

Auch an Pfarrfesten hieß es für uns immer "Viva, viva la musica". Nach der meist vom Kirchenchor mitgestalteten Vorabendmesse luden die Pfarrangehörigen mit mehrstimmig gesungenen Volksliedern auf den Festplatz "im Huck" in der Hellebendstraße ein. Noch heute wird jährlich das Cäcilienfest im November gehalten.


838_EINWEIHUNG_FEUERWEHRFAHRZEUG_1990.JPG
Einweihung eines neuen Feuerwehrfahrzeuges 1990
(Zum Vergrößern anklicken)


"De Baach erav" und "de Baach erop"

Als am 14. März 1982 Pfarrer Hans Doncks von Vicht auch Pfarrer von Zweifall wurde, folgte unser Chor häufiger dem Lauf des Vichtbaches, um in Vicht als Kirchenchor - um es mit den Worten von Pfarrer Doncks auszudrücken - "de Baach erav" bei Festen auszuhelfen. Dem Organisten und Chorleiter Benedikt Schwär gelang es, den Vichter Kirchenchor wiederzubeleben, der sich dann seinerseits revanchierte und "de Baach erop" kam.


838_KIRCHENCHOERE_VICHT_ZWEIFALL_1989.JPG
Kirchenchöre Vicht und Zweifall beim Regionaltag in Vicht 1988
(Zum Vergrößern anklicken)


125 Jahre Chorgesang in Zweifall
Das Jahr 1990 kann mit Recht als Jubeljahr unseres Zweifaller Kirchenchor bezeichnet werden. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens fanden zahlreiche Festmessen, u.a. mitgestaltet durch die Kirchenchöre aus Schevenhütte, Breinig und Vicht, sowie Konzert- und Festabende statt. Außerdem wurde von Bruno Laschet und Alfred Teutenberg eine Festschrift erstellt, in der die Geschichte des Chores "in berichtender und erzählernder Form" dargestellt sowie durch Fotos aus dem Privatarchiv der Brüder Teutenberg veranschaulicht wird. Zahlreiche Fotos wurden ebenfalls in einer Ausstellung sowohl im Pfarrheim als auch in der örtlichen Sparkasse präsentiert. Einen weiterer Höhepunkt im Jubeljahr stellte die Romfahrt des Kirchenchores dar.
838_125_FESTMESSE_ZWEIFALL.JPG
Gruppenfoto nach der Festmesse 1990
(Klick zum Vergrößern)

Zwei Jahre später, im Dezember 1992 wurde Benedikt Schwär nach 8-jähriger Tätigkeit als Küster, Organist und Chorleiter in Zweifall verabschiedet. Er trat eine neue Dienststelle in Krefeld-Tönisvorst an. Josef Frenken war einige Monate "Übergangs-Chorleiter".


VI. Karin Bell, die erste Chorleiterin (1993-1996)

Mit Karin Bell wurde im Jahr 1993 die erste Chorleiterin eingestellt. Sie war nicht nur bei den Mitgliedern des Kirchenchores beliebt, sondern konnte auch mit dem Kinderchor und vor allem mit dem Jugendchor großartige Erfolge erzielen und für sehr gut gefüllte Konzerte sorgen. Leider verließ sie bereits nach drei Jahren die Gemeinde und wurde 1996 bei einer Festmesse mit den Kirchenchören Vicht und Zweifall, sowie den Kinder- und Jugenchören, im Rahmen des Pfarrfestes verabschiedet. Herbert Merz übernahm anschließend für ein Jahr den Dirigentenstab und trat mit dem Chor u.a. beim Jubiläum der Zweifaller Feuerwehr auf.


VII. Unter der Leitung von Elisabeth Beyer (1997-2007)

Elisabeth Beyer übernahm 1997 die Leitung des Kirchenchores in Zweifall und war ebenfalls als Organistin und Küsterin tätig. Sie intensivierte vor allem das gute "nachbarschaftliche Verhältnis" der Kirchenchöre aus Vicht und Zweifall, das auch von Dechant Hans Doncks unterstützt wurde. Beispielsweise wurden Cäcilienfeste zusammen gefeiert und Adventskonzerte fanden abwechselnd in St. Rochus und in St. Johannes-Baptist statt.


"Eine freudige Nachricht breitet sich aus"

Dies war das Leitwort des von Bruno Laschet noch kurz vor seinem Tod akribisch vorbereitete 140-jährige Chorjubiläums. Das nachweihnachtliche Festkonzert wurde am 08.01.2006 in St. Rochus gefeiert. Das Konzert fand zusammen mit dem Vichter Kirchenchor, der Musikalischen Gesellschaft Breinig und dem Kinderchor Vicht-Zweifall statt. Besonders hervorgehoben sei auch die Ehrung des langjährigen Chormitglieds Heribert Teutenberg, das von Pfarrer Hans Doncks für 60 Jahre Chormitgliedschaft im Rahmen des Konzertes in der Kirche geehrt wurde.


838_140_KIRCHENCHOR_2006.JPG
Das nachweihnachtliche Festkonzert zum 140jährigen Jubiläum
(Zum Vergrößern anklicken)


Umbruch für Pfarre samt Chor

Ein Jahr später, im Juni 2007, wurde unser langjähriger Pfarrer Hans Doncks sowie die Chorleiterin Elisabeth Beyer von den Vichter und Zweifaller Gemeinden verabschiedet. Die Festmesse in St. Johannes-Baptist, Vicht wurde von den beiden Kirchenchören musikalisch gestaltet. Im März desselben Jahres feierte Pfarrer Doncks noch sein 25-jähriges Pfarrjubiläum in Zweifall mit einem Festhochamt, ebenfalls unter Mitgestaltung der Kirchenchöre.



Video vom 25jährigen Pfarrjubiläum von Pfarrer Doncks, Quelle: Roland Adrian
(Zum Abspielen anklicken)


VIII. Der Chor unter der Leitung von Ulrike Stanger (2007-2008)

Nach dem Weggang von Elisabeth Beyer übernahm Marion Adrian, seit 2002 Vorsitzende des Zweifaller Kirchenchores, kommissarisch den Dirigentenstab. Aber bereits im September 2007 konnte mit Ulrike Stanger eine neue Chorleiterin für die Chöre Vicht und Zweifall von unserem Kirchenvorstand vorgestellt werden. Unter ihrer Leitung fand am ersten Advent das traditionelle Konzert des Leoni-Kerpen-Werkschores - unter der Leitung von Kurt Haller - in unserer Pfarrkirche statt. Für dieses Konzert konnte außerdem das zehn Mal als "Meisterchor" ausgezeichnete Männerquartett "Harmonie" aus Eschweiler-Nothberg - unter Dr. Christian Hauptmann - gewonnen werden, sowie die musikalische Gesellschaft Breinig unter der Leitung von Dieter Beißel. Dies war eines der größten Konzerte in der jüngeren Vergangenheit der Pfarre und zugleich das bisher letzte dieser Art.


838_KERPENCHORKONZERT_2007.JPG
Alle Beteiligte am Vorweihnachtskonzert 2007
(Zum Vergrößern anklicken)


IX. Der Chor unter kommissarischer Leitung von Marion Adrian

Überraschend verließ Ulrike Stanger bereits im April 2008 die Kirchenchöre Vicht und Zweifall. Aufgrund der schwierigen Suche nach einer neuen Leitung und immer kleiner werdenden Mitgliederzahlen beider Chöre, erfolgte in einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Mai 2008 der Zusammenschluss der Kirchenchöre. Sie trugen nun den Namen "Kirchenchorgemeinschaft Vicht - Zweifall" und jeder Chor blieb - auf Wunsch der Zweifaller Vorsitzenden Marion Adrian und der Sprecherin des Vichter Chores, Hildegard Bayer - in seiner Struktur eigenständig (siehe Mitteilung vom 19.06.2008). Die erste Probe nach den Herbstferien konnte nach intensiver Suche unter neuer Leitung stattfinden. Da Georg Vorhagen in Alsdorf mehrere Pfarreien als Organist betreute, hielt er jedoch nur die Proben ab. Auftritte an den kirchlichen Feiertagen wurden weiterhin, wie bereits zwischen den beiden letzten Chorleiterinnen, kommissarisch von der Zweifaller Vorsitzenden geleitet. Kurze Zeit später musste die Kirchenchorgemeinschaft mitteilen, dass Herr Vorhagen aus beruflichen Gründen nur noch bis zum Ende des Jahres 2008 die Chorproben halten konnte. Die Chormitglieder bedauerten diesen erneuten Chorleiterweggang so sehr, dass im Februar des Folgejahres bei der Jahreshauptversammlung in Vicht die Chorgemeinschaft von unserem Präses Pfarrer Norbert Bolz aufgelöst wurde.
838_MARION_ADRIAN_VICHT.JPG
Marion Adrian leitet den Chor (2008, Vicht)
(Klick zum Vergrößern)


Esengo

Aufgrund der geringen Mitgliederzahl des Kirchenchores Zweifall - die zwar laut der Satzung noch ausreichend stark war, aber keine musikalisch feierliche Gestaltung ermöglichte - wurde es zwei Jahre ruhig um den Chor. Die Mitglieder trafen sich jedoch noch regelmäßig, auch zu Jahreshauptversammlungen und den traditionellen Cäcilienfesten. Im Jahr 2010 feierte Father Christian Okwuru, seit 2007 in Zweifall, sein 10-jähriges Priesterjubiläum in unserer Pfarre. Durch die Initiative von Chormitgliedern wurde es ermöglicht, zusammen mit der Esengo-Singgemeinschaft aus Düren und einigen Projektsängern die Festmesse musikalisch zu begleiten. Das besondere daran war es, dass es sich um afrikanische Gesänge handelte und diese in angemessenen Trachten im Altarraum vorgetragen wurden. Im Februar 2011 fand anlässlich des Geburtstages von Father Okwuru nochmals ein Esengo-Workshop statt. Durch diese Auftritte konnten Projektsänger für weitere Aktivitäten mit dem Kirchenchor gewonnen werden, sodass am Heiligen Abend 2011 wieder Chorgesang unter dem Dirigat von Marion Adrian von der Orgel erklang. Es folgte die Mitgestaltung der Osternacht 2012. Bei diesen beiden Festen übernahm Hanni Grahwinkel das Orgelspiel.



Video vom Esengo-Auftritt 2011, Quelle: Roland Adrian
(Zum Abspielen anklicken)


Anschluss an den Breiniger Kirchenchor

Mitglieder des Zweifaller Kirchenchores schlossen sich im März 2014 dem Kirchenchor St. Barbara in Breinig an. Unter Anwesenheit des Präses Pfarrer Norbert Bolz wurde dies auf der Jahreshauptversammlung im Pfarrheim einstimmig beschlossen. Die Mitglieder des Breiniger Chores - unter der Leitung des kirchenmusikalisch Hauptverantwortlichen in unserer GdG, Franz Körfer - empfingen die neu hinzugewonnenen Stimmen mit offenen Armen und auch Pfarrer Ulrich Lühring betonte in Festmessen, u.a. zu Ostern und Weihnachten in St. Barbara, seine Freude über "die gelebte Gemeinschaft durch unserer Freunde aus Zweifall". Da eine Hand bekanntermaßen die andere wäscht, wurde im Jahr 2014 zunächst das 150-jährige Bestehen des Kirchenchores in Breinig gebührend gefeiert, bevor im Jahr 2015 der hiesige Chor im Rahmen einer Festmesse ebenfalls auf 150 Jahre Kirchengesang zurückblicken und die Arbeit früherer Generationen ehren konnte.


838_KIRCHENCHOR_ZWEIFALL_150.JPG
Gruppenfoto mit dem Kirchenchor St. Barbara, Breinig
Quelle: Roland Adrian
(Zum Vergrößern anklicken)





Herausgeber: Kirchenchor St. Rochus in Zweifall
Redaktion: Roland Adrian
Textquellen:
  • Chronik des Kirchenchores St. Rochus in Zweifall
  • Festschrift zum 125jährigen Jubiläum des Kirchenchores (1990)
  • "Statuten und Mitglieder-Verzeichnis" des Chores (Status vom 1. Januar 1891)
  • "Beiträge zur Geschichte der katholischen Pfarre Zweifall" (1923)
  • "Zweifall. Wald- und Grenzdorf im Vichttal" (1968)
Bildquellen:
  • Privatarchiv der Brüder Alfred und Heribert Teutenberg
  • Roland Adrian


Druckbare Version
Seitenanfang nach oben